Braunsbrunnen

Im zehnten Jahrhundert wurde die Burg Querfurt zum Stammsitz der Edlen Herren von Querfurt. Aus diesem Geschlecht gingen bedeutende Männer hervor. Die bekannteste Persönlichkeit war der Heilige Brun von Querfurt, der 973/974 auf der Burg geboren und 1009 durch einen heidnischen Fürst der Pruzzen enthauptet wurde. An ihn erinnern noch heute Gedenktafeln an der Burgkirche und am Rathaus. Die Braunstraße, die Braunsmühle, der Braunsberg, die Eselsmühle, das Wiesenhaus und der Braunsbrunnen lassen sich außerdem mit dem Querfurter Stadtheiligen in Verbindung bringen.

 

Mit dem Braunsbrunnen ist die Sage von den Neunligen verbunden. Brun soll auf wundersame Weise einen Quell zum Sprudeln gebracht habe. Diese Wasserquelle sollte für die späteren Jahrhunderte von größter Bedeutung sein. Im Jahre 1900 wurde an diese Stelle eine stattliche Eisenpumpe errichtet. Später entstand der jetzige Brunnen. Einst gab es vier Brunnen in Thaldorf: Den Braunsbrunnen, den Ernst-Brunnen, den Brunnen im Oberdorf und die Eberts-Pumpe. Der Braunsbrunnen, nach Brun benannt, war der wasserreichste im Ort. Mit Wasserbutten trugen die Einwohner das Wasser nach Hause. Glücklich waren solche, die einen Esel besaßen. Diese trugen die Butten links und rechts auf dem Rücken.

 

Um den Brunnen sauber zu halten, wurde am Mittwoch nach Pfingsten die Reinigung vorgenommen. An der Reinigung mussten sich alle Einwohner von Thaldorf beteiligen. Alte Leute, die dieser Pflicht nicht mehr nachkommen konnten, lösten sich durch Zahlung einer kleinen Geldsumme aus. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich aus diesem notwenigen Brauch eine Art Volksfest. Mit Birkengrün und Girlanden wurde dann der Brunnen geschmückt, ein Zeichen dafür, dass die Reinigung vollzogen war. Das eingenommene Lösegeld wurde zur Belohnung den Männern in Form von Schnaps und den Frauen von Kuchen ausgegeben. Einer alten überlieferten Sitte entsprechend, bespritzte man sich anschließend mit reichlich Wasser. Das Symbol der „Reinigung“ sollte die Menschen vor Krankheiten oder Unglücken behüten und jung halten.

 

Im Jahre 1891 wurde der offene Braunsbrunnen aus Reinlichkeitsgründen abgedeckt und mit einer Holzpumpe versehen. Die Arbeiten führte der Einwohner Gottlieb Straubel aus. Um 1900 wurde die hölzerne Pumpe durch die jetzt noch dort befindliche eiserne Pumpe ersetzt.

Die Zeit des Wasserholens mit Butten hatte im Jahr 1927 ein Ende. Zu dieser Zeit, wurde in der Stadt Querfurt die Wasserleitung in Betrieb genommen. Der Braunsbrunnen blieb aber als Traditionsbrunnen erhalten.

 

Seit 1935 brauchte der Brunnen nicht mehr so intensiv gereinigt werden. Der Querfurter Baumeister Paul Jacob und seine Gesellen mauerten im Jahre 1935 eine neue Brunneneinfassung.

 

Zwei Jahre später, im Jahre 1937, schuf der Querfurter Bildhauer Otto für den Brunnen das dazugehörige Brunsdenkmal. Es zeigt den Heiligen Brun umgeben von einem Kind, welches auf die Sage von den Neunligen verweist und einen Esel, auf welchem Brun geritten sein soll und der mit der Sage vom „Stetigen Esel“ zu verbinden ist.

Aus der Tradition der Brunnenreinigung heraus, entwickelte sich jedes Jahr das heute wieder zum Leben erweckte Brunnenfest.

 

Auch die Thaldorfer Pfingstburschen begehen dieses Fest seit 1989 mit den Einwohnern und ihren Gästen aus Nah und Fern.

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